Neuigkeiten rund um Takahashi

Testbericht Takahashi FC-100 DL

 

Voller freudiger Erwartung packte ich das edle Teleskop aus.
Da ich begeistert von perfekter Optik bin, brannte ich darauf, einen der neuen  limitierten FC-100 DL auszuprobieren.

Beim optischen Design handelt es sich um einen zweilinsigen Fluorit Apochromaten mit Steinheilschem Aufbau, also das konvexe Flouritelement hinten. Das Öffnungsverhältnis liegt bei f/9. Gerade diese langbrennweitige Auslegung macht das Instrument extrem interessant, da sämtliche Bildfehler damit auf ein unglaublich kleines Maß gedrückt werden können. Also war die Spannung groß als ich zum First Light montierte.
Der Tubus ist mit ca. 3,8 kg schön leicht. Auch die Länge ist ca. 10 cm kürzer, als man es bei 900 mm Brennweite erwarten würde. Das Objektiv sitzt nämlich nicht am Ende der Taukappe sondern ziemlich mittig.

Los Gehts:
Erster Sterntest an einem der Gürtelsterne des Orion. Die Beugungsbilder waren auf beiden Seiten des Fokus lehrbuchmäßig. Extrafokal war der Beugungsring auf der Zenitseite etwas dicker. Das waren noch die letzten wärmeren Luftteilchen die sich bei dem schlanken Tubus nicht ganz zwischen Tubus und Lichtbündel verkrümeln konnten. Das war aber nach einiger Zeit auch verschwunden.

Ich beobachtete von meinem Süd-Balkon aus dem 2. Stock in Augsburg, 2 km entfernt vom Zentrum. Also keine wirklich guten Bedingungen, aber auch gar nicht so schlecht, wie man vielleicht glauben mag.

Benutzt wurden eine Takahashi EM-200 Montierung, Galaxy 1 ¼“ Dielectric Zenitspiegel, Nagler Zoom 3-6 mm, Takahashi LE 7.5 mm, LE 12.5 mm und ein 26 mm Plössl.

Jetzt zu den Objekten:

Doppelstern 52Ori:
5m3/6m0 1,0“ Distanz. Eindeutig länglich aber keine Trennlinie dazwischen. Der Anblick war unglaublich bei 300x (Nagler Zoom 3-6) Es waren nur die Sternscheibchen zu sehen, keine Spur von irgendwelchen umgebenden Beugungsringen. Einfach toll.

M41/42 und Trapez:
Bei 35x ein fantastischer Anblick! Hell leuchten die Nebelfetzen. Bis in die kleinste Faser ist das Objekt unfassbar detailreich und extrem scharf. Sterne im Nebel sind ausdehnungslose Punkte - Ästhetik pur!
Jetzt mehr Vergrößerung. Das 7.5 mm LE rein und auf das Trapez gehalten. Wie funkelnde Diamanten in den Nebelschleiern. Die schwachen Komponenten E und F waren auch zu sehen. Und das mit 100 mm und Stadthimmel. „E“  war dauerhaft und einfach, „F“ etwas schwieriger.
Mir war jetzt klar, dass ich durch ein Fernrohr sah, dessen Qualität außerordentlich ist. Die Freude war groß.

Sirius B:
Voller Begeisterung und Übermut schwenkte ich auf Sirius. Eine Woche zuvor hatte ich Siruis B, den schwachen Begleiter  (8m5), der Sirius (-1m5) zur Zeit in 10,9“ umrundet, im 150 mm Refraktor eindeutig und dauerhaft gesichtet. Jetzt probierte ich es mit 100 mm Öffnung. Sicher eine echte Herausforderung. Ob das klappt? Sirius überstrahlte natürlich alles. Aber nicht mal bei diesem gleißend hellen Objekt war irgendein Farbfehler erkennbar. Unglaublich! Da scheitern sogar die meisten Triplett Objektive. Durch die extreme Farbreinheit, war das Geflacker des Sirius nicht so ausufernd und den schwachen Begleiter konnte ich eindeutig identifizieren. Nicht durchgehend, aber in ca. 50% der Beobachtung. Der Hammer! Ich war begeistert! Unfassbar, was das Fernrohr leistet und was man mit 100 mm alles sehen und erleben kann, wenn die Qualität stimmt.

Rochus Geißlinger

 

 

FOA-60

März 2017

Takahashi hat einen neuen Refraktor angekündigt, den FOA-60. Er basiert auf den Erkenntnissen, die Takahashi bei der Entwicklung des TOA gewonnen hat. Der FOA-60 (vermutlich Fluorid Ortho-Apochromat) sollte, im Gegensatz zu vielen anderen Refraktoren der 60er Klasser auf dem Markt, abseits der optischen Achse eine viel bessere Abbildungsleistung zeigen. Dafür entlehnte Takahashi ein Konzept aus dem Bereich der TOA-Welt. Was jedoch dort mit drei Linsen geschieht, kann wegen dem Öffnungsverhältnis, dem kleinen Linsendurchmesser und der außergewöhnlichen Wahl von Linsenmaterialien und zusätzlich dem Abstand der beiden Linsen beim FOA-60 mit nur zwei Linsen erreicht werden. Die Korrektoren haben es dann vergleichsweise einfach, daraus ein fantastisch großes, planes und exzellent abbildendes Feld zu generieren.

Durchmesser60 mm
Brennweite530 mm
Öffnungsverhältnis    f/8.8
Tubusdurchmesser68 mm
Gewicht1.8 kg

 

Für den FOA-60 sind ein Flattener (0.93x) und ein Extender (1.7x) angekündigt. Weitere Daten dazu folgen noch.

Takahashi wechselt die Farbe

29. Juli 2016

Seit vielen Jahren haben die Montierungen, Sucherhalter, Gegengewichte, Rohrschellen und Okularauszüge von Takahashi den gleichen Farbton, ein sanftes, helles und für's Auge angenehmes Grün.

Nun hat sich Takahashi zu einem Farbwechsel seinger gesamten Kollektion entschieden. Die neue Farbe ist ein bläulich-grün. Sie kontrastiert mit dem bisherigen Gün nur wenig. Einen Eindruck davon zeigt das nebenstehende Bild.

Es gibt keine Übergangsphase in der beide Farbtöne parall zueinander angeboten werden. Sobald ein "grünes" Produkt abverkauft ist, kommt die nächste Lieferung in Blau.

Wer also zu seinem Takahashi-Equipment noch ein Zubehörteil in gewohnter grüner Farbe möchte, möge sich bitte recht bald mit uns in Verbindung setzen, damit wir die Verfügbarkeit der alten Farbe klären können.

Sobald wir die ersten Produkte im neuen Farbton im Haus haben, werden wir die Produktbilder ändern.

Klaren Himmel

Ihr CS-Team